WAZsolls

Zukunft an der Spree - alles Klar

Allgemein, Medien — geschrieben von WAZsolls @ 20:37

Wer einmal einen (tele)visionären Blick in die Zukunft werfen will, sollte einmal einen Spreeblick wagen. Medienkritik erster Klasse!

Ich bin schon gespannt, wann es die ersten Exklusiv-Interviews mit Natascha Kampusch Brigitte Mohnhaupt und Christian Klar zu lesen gibt.



Bitte warten! Tücken der Technik

Allgemein, Medien — geschrieben von WAZsolls @ 20:02

WAZsolls gibt es doch noch!

Nein, meine Identität ist noch nicht aufgedeckt worden, ich arbeite immer noch in der dritten Etage des Zeitungshauses WAZ. Unter mir (natürlich rein räumlich) arbeitet auch weiterhin Katharina Borchert und kämpft mit den Tücken der Technik, um endlich unserem Unternehmen ein Plätzchen in der schönen neuen Web2.0-Welt zu sichern.

Wie man so hört, oder einem "Ondit" zu Folge soll sich der Starttermin für Westeins weiter verzögern. Während die Bewerber um die angeblich über 20 Online-Redakteursstellen endlich ihre ersten Runden auf dem Westeins-Trainingsplatz drehen wollen und sehnsüchtig auf Post aus der Personalabteilung warten, soll es die Technik schwer haben, passende Renn-Schuhe zu finden. Fast täglich muss sich die Content-Managerin, die inzwischen sogar eine Sekretärin hat, auf die Socken machen, um immer wieder neue Löcher zu stopfen. Aus dem Sprint scheint ein Marathon zu werden. Es ist halt nicht so leicht, aus dem Stand ein so komplexes Projekt auf die Piste zu bringen.

Wer hier im Haus als Print-Redakteur einmal Probleme mit seiner Soft- und Hardware hatte, kann nachvollziehen, was da von der Westeins-Mannschaft gestemmt werden muss. Wie spottete doch neulich ein Kollege: ?Die WAZ ist eine große Behörde, die nebenbei auch noch eine Zeitung herausgibt? Seine Geschichte über den Austausch seines Handwerkszeugs, einem Feld-, Wald- und Wiesen-Computers klingt so unwahrscheinlich, dass sie einfach stimmen muss.

 (weiter)

Gruseln statt Gruscheln

Allgemein, Medien — geschrieben von WAZsolls @ 20:45

Zack, das hat gesessen. Da habe ich es als WAZler gewagt, einen Kommentar zur StudiVZ-Debatte abzugeben - und schon kam es knüppeldick. Ich solle mich mal schön zurückhalten, schließlich habe in der WAZ ein grottenschlechter und komplett unkritischer Artikel über die Datensammelstelle von Esshan Dariani gestanden.

Das stimmt, die Geschichte war aber auch so etwas von liebedienerisch, sie hätte auch aus einer edelmannschen Feder stammen können. Und das als hier und hier und anderswodie StudiVZ-Fassade eingerissen wurde. Nur, liebe Scharfschützen, mich hat das WAZ-Werk auch als Leser erwischt, ich kenne noch nicht einmal die Autorin persönlich. Ich bitte also, mich aus der WAZ-Kollektivhaft zu entlassen.

Es ist wirklich zum Gruseln (nicht Gruscheln)

kostenloser Counter



Lob für den Chef

Allgemein, Medien — geschrieben von WAZsolls @ 20:04

Allenthalben ist es ja in den letzten Jahren üblich gewesen, auf die WAZ als Zeitung einzuprügeln. Provinziell, langweilig, altbacken waren die Attribute mit denen man uns bedachte. Wenn man dann noch mit einem Kollegen von der Süddeutschen bei einem Termin zusammenkam (passierte schon mal, als es noch den NRW-Teil gab), traf einen häufig eine volle Breitseite Arroganz, wenn man den Namen seines Arbeitgebers nannte.

Insgeheim hoffte man dann, dass die Bestrebungen der WAZ, die SZ aufzukaufen, erfolgreich gewesen wären. So nach dem Motto "Euch kaufen wir doch aus der Portokasse." (Na, vielleicht wird es ja im nächsten Jahr etwas, wenn sich die SZ-Anteilseigner angeblich von ihren Beteiligungen trennen wollen).

Ach ja, worauf wollte ich eigentlich hinaus? Klar, es freut einen dann doch bei aller Kritik am eigenen Blatt, wenn man einmal etwas Lobendes von einem geschätzten Blogger liest. Und das gilt dann auch noch dem Chef, der zumindest für ein frisches Outfit bei der alten Tante WAZ gesorgt hat.



Verlust

Allgemein — geschrieben von WAZsolls @ 17:35

An dieser Stelle gegen alle Gewohnheit ein ganz privater Beitrag:

Eines der wohl bekanntesten Tiere der deutschen Blogosphäre lebt nicht mehr. Mit dem Tod ihres Hundes Pitti hat Katharina Borchert (aka Lyssa) gestern einen persönlichen Verlust erlitten.

Unter anderem als ?Halbpreisreisender? lieferte das ?kleine Monster? Stoff für viele amüsante Beiträge in Lyssas Lounge.

Ich hoffe, dass Frau Borchert den Schmerz schnell überwinden kann.



Rheinskaja Gazeta

Allgemein, Medien — geschrieben von WAZsolls @ 19:14

Nun habe ich mich gerade daran gewöhnt, dass Denglish bei uns Einzug gehalten hat, da kann ich mir schon wieder neue Wörterbücher anschaffen. Russisch wird wohl demnächst auf dem Ausbildungsplan der Volontäre stehen, wenn ich einer Meldung in der ?Welt? ?Printausgabe glauben schenken soll.

Dort (und nicht in unserem Blatt) wird vermeldet, dass die WAZ-Gruppe zusammen mit dem Berliner Verlag ReLine Medien die Herausgabe einer russischsprachigen Zeitung plant. ?Rheinskaja Gazeta? soll das Blatt heißen, das zunächst in NRW erscheinen soll.

Da werde ich wohl demnächst meine Abende in der Russendisko verbringen, um für alle beruflichen Eventualitäten gerüstet zu sein.

Wenn man die russische Standfestigkeit in Alkoholfragen kennt, kommt natürlich die Frage auf, wie sich die neuen Redaktionen in unserem seit Jahren staubtrockenen Haus einleben sollen. Hier gilt nämlich striktes Alkoholverbot, auch für Wodka.

Nasdarowje!



Adieu Chefredakteur

Allgemein, Medien — geschrieben von WAZsolls @ 07:02

Eine neue Zeit gebiert auch neue Wortschöpfungen, damit muss man jetzt auch bei der altehrwürdigen WAZ leben. War die Welt bisher in Chefredakteure, Ressortchefs (natürlich auch Chefinnen), Lokal-Redaktionsleiter(innen) und das arbeitende Volk eingeteilt, ist jetzt im Online-Bereich die Denglish-Moderne eingezogen.

In einer Meldung am schwarzen Brett (bald sicher Info-Board) firmiert Katharina Borchert jetzt als ?Generalmanager Content? bei der WestEins GmbH & Co. KG. Ich bin mal gespannt, wie lange ich noch Lokalredakteur bleibe. Vielleicht schreibt hier ja bald ein ?Local News Assistent? oder ?Local Crossmedia Writer?.



WAZ kauft Blocks auf

Allgemein, Medien — geschrieben von WAZsolls @ 19:50

Erst durch den Spreeblick bin ich darauf gestoßen worden, dass nicht nur führende elektronische Multiplikatoren, sondern auch die WAZ schon seit Jahren mit ihrer Marktmacht einem Trend gefolgt ist, und zwar bevor es ihn überhaupt gab.

So lange ich mich erinnern kann, und das ist schon ganz schön lange (eigentlich noch länger), hat mein Arbeitgeber still und heimlich Blocks gekauft. Ohne dass es selbst gut informierte Markt-Analysten so recht zur Kenntnis nahmen, sicherte sich der Konzern viele tausend Einheiten.

Bis heute ist die Einkaufswelle nicht abgeebbt, es sind, so unbestätigte Quellen aus der Einkaufsabteilung, sogar aktuell Steigerungsraten zu verzeichnen.

Zur Zeit sind es vorwiegend Steno-Blocks mit Spirale (DIN A4, 40 Blatt, Öko-Sortiment), die die Krake (so die Bezeichnung für die WAZ, als sie nicht nur Blocks, sondern auch andere Zeitungen kaufte) in ihr Portfolio integriert.

(Danke Spreeblick für die gute Idee!)



...und jetzt etwas ganz anderes. (update)

Allgemein, Medien — geschrieben von WAZsolls @ 07:17

Hat eigentlich schon mal jemand einen Orden oder ein Ehrenzeichen für seine Bloggerei verliehen bekommen? Oder vielleicht auch nur eine kleine Ehrenurkunde? (Ich meine natürlich nicht Medienpreise wie Grimme, Deutsche Welle u.a.)

Heute trifft es in meinem Umfeld einen Kollegen, der sich selbst Blogger* nennt. Papst Benedict himself soll verantwortlich dafür sein, dass Lokal-Chef-Blogger Mämpel ab heute schwer an einem kirchliche Ehrenkreuz zu tragen hat. Wenn man bedenkt, dass Benedicts Homepage gar nicht so schlecht ist, kann ich die Auszeichnung für den evangelischen Lokalchef nicht ganz verstehen.

Ok, ich hab mir noch einmal die Texte des Kollegen angesehen und jetzt ist mir klar: Er erhält die Auszeichnung trotz der vielen Phrasen, die er für Blog-Beiträge hält. Es war eben nicht Webmaster Ratzi, sondern das taktisch denkende Bodenpersonal, das den Preisträger ausgeguckt hat.

* Die Blogbeträge erscheinen vorher immer samstags als Wochen-Kommentare und werden später von Bernd Kassner aus dem Redaktionssystem ins WAZ-Blog umgehoben. Ob der katholische Kassner für diesen Frevel einmal in der (Blogger-)Hölle schmoren muss??


Update: Hier dankt der Geehrte in knappen Worten.



Nichts Neues aus der Tiefgarage

Allgemein, Medien — geschrieben von WAZsolls @ 06:31

Ich habe sie tatsächlich gesehen. So richtig leibhaftig, nicht virtuell, nicht auf Bildschirmgröße reduziert. Aus ihrer virtuellen Lounge mit dem immer fragenden Blick nach oben kannte ich Lyssa ja schon, nun ist mir Katharina Borchert im wirklichen Leben gleich mehrfach begegnet. Zugegeben, es waren nur flüchtige Begegnungen und das Erkennen war ziemlich einseitig. Recht flott strebte die Westeins-Chefredakteurin einem Ziel zu, das normalsterblichen WAZlern versperrt bleibt: Die Tiefgarage unter dem Verlagshaus I (die ja bekanntlich zu Lyssas ersten Spiel-Räumen bei der WAZ zählte) enthebt einen nicht nur der lästigen und zeitaufwändigen Parkplatzsuche in der chronisch verstopften Sachsenstraße, ein Platz im tiefen Keller dokumentiert auch, dass man in der WAZ-Hierarchie eine hohe Stufe erreicht hat. Da parkt man dann Seit an Seit mit Geschäftführern (die ihre Achtzylinder mit Niere oder Stern allerdings von ihren Fahrern in die engen Lücken rangieren lassen), Chefredakteuren, Abteilungs- oder Ressortleitern. Wer mit seiner Karosse in die Katakomben einfahren darf, hat es wirklich geschafft.

 (weiter)

Am Leser vorbei - Blogger kein Maßstab

Allgemein, Medien — geschrieben von WAZsolls @ 23:44

Still ruht zur der See, wenn es um die Online-Aktivitäten des Hauses geht. Zumindest der Flurfunk meldet dem einfachen Print-Redakteur keine Neuigkeiten. Die WAZ-Blogger üben weiterhin blind vor sich hin und Lyssa, so hört man, ist weiter auf dem Marsch durch die Institutionen, um die Häuptlinge der Verschiedenen Zeitungstitel vom Projekt Westeins zu überzeugen. Wir Schreib-Indianer sind bisher nicht betroffen. ?Cross-medial? ist noch ein Fremdwort, das bis jetzt lediglich in Stellenausschreibungen vorkommt.

Zeit also sich auf das Kerngeschäft, Schreiben für die Print-Ausgabe, zu konzentrieren. Und da geht es uns fast so ähnlich wie den WAZ-Bloggern, auch wir wissen nicht, wer uns warum liest. Zwar haben wir im Gegensatz zu den bloggenden Kollegen wenigstens mehr oder weniger kontinuierliche Kontakte zu Lesern (Briefe, Mails, Telefongespräche), aber ob wir mit der Themen- und Nachrichtenauswahl wirklich richtig liegen, wissen auch wir nicht. Das Instrument Reader-Scan wird bei uns (glücklicherweise, sonst könnten wir den Lokalteil ja wohl dichtmachen) nicht eingesetzt.

In diesem Zusammenhang ist es schon interessant, welche Meinungen Außenstehende haben. Da meint doch der Holtzbrink-Chef Grabner laut Standard, wir Zeitungs-Journalisten schrieben am Leser vorbei, da wir viel zu oft den Einflüsterungen der Politik erliegen würden. Beim Lokalteil möchte ich das erstens bezweifeln und zweitens darauf hinweisen, dass hier viele politische Entscheidungen den Leser unmittelbar treffen. Ein Bundeswehr-Einsatz im Libanon trifft den Bürger nicht so unmittelbar wie die Schließung von Schwimmbädern vor der Haustür.

Wenigstens stärkt Grabner uns Zeitungs-Redakteuren den Rücken, indem er uns die Rolle zuweist, über das Informations-Tohuwabohu einen Filter zu legen. Von Blogs hat Grabner offensichtlich keine hohe Meinung. Laut Standard glaube er nicht, dass die Meinung der Mehrheit der Bloggenden zum Maßstab werde. Schade eigentlich.



Stöckchen II

Allgemein, Medien — geschrieben von WAZsolls @ 15:39

Wie sag ich?s dem Kollegen? Vor kurzem habe ich ein Stöckchen gefunden, das mir von Jens aus seinem Pottblog zugeworfen wurde. Klar, als Neu-Bürger im Blogdorf weiß man erst einmal nichts rechtes damit anzufangen. Erst nach kurzer, heftiger Recherche erkannte ich, dass es sich um eine freundliche Anerkennung handelt.

Blog-Ureinwohner werden sicher mit den Augen gerollt haben, als ich beim Stöckchen-Weiterwurf ausgerechnet auf das Essener WAZ-Lokal-Blog gezielt habe. Macht nichts, ich wollte eigentlich nur dem viel gescholtenen Kollegen ?ber? eine Aufmerksamkeit zukommen lassen. (Sein Chef hätte es nicht verdient, der lässt ja bloß von "ber" seine Print-Kommentare ins Blog? stellen. ) Und nun nimmt er das Stöckchen einfach nicht auf. Nicht, dass er ignorant wäre, er weiß aus Mangel an Erfahrung einfach nichts damit anzufangen.

Nun kann ich ja nicht einfach zu ihm hingehen und sagen ?Hör mal Kollege, ich bin der Wazsolls, soll ich Dir das mit dem Stöckchen mal erklären??

Lyssa (die ihr Stöckchen übrigens auch nicht aufgenommen hat, die genießt ja lieber ihr Leben in vollen Zügen hier, hier und hier) würde sich ins Fäustchen lachen.

So wurde das ehrbare Holzstück zwar in Bern mit einem süffisanten Lächeln aufgenommen, nur wenige Büros entfernt wird es auf dem Kollegen-Schreibtisch langsam zu Gammel-Holz.



Wiedersehen

Allgemein, Medien — geschrieben von WAZsolls @ 18:42

?Sie haben sich aber gar nicht verändert.? Ich bin einmal gespannt, ob das Brecht-Zitat auch für eine ehemalige Kollegin gilt.

Vor 20 Jahren verließ die engagierte Umwelt-Schützerin Eva Goris ihren Reporter-Job bei der WAZ, um Pressesprecherin bei Greenpeace-Deutschland zu werden. Das war für alle Kollegen bei ihrer kritischen Einstellung nur folgerichtig. Aber als sie dann zu ?Bild der Frau? und 1990 schließlich zur Bams wechselte, war das nicht nur für mich erstaunlich. Na gut, sie brachte den Blöd am Sonntag-Lesern die Erkenntnis nahe, dass es tatsächlich so etwas wie ?Umwelt? gibt sie schaffte es, für das Sonntags-Blatt ungewohnte Umwelt-Themen zu platzieren und erntete dafür, für ihr kritisches Ernährungs-Buch und ihr Umwelt-Engagement sogar Preise.

Jetzt werde ich die Kollegin wiedersehen und zwar ausgerechnet beim Schmuse-Talker Johannes B. Kerner. Am Mittwoch, 13. September, 22.45 Uhr soll sie laut Prisma auf der Gästeliste stehen. (Komischerweise stehen beim ZDF andere Gäste auf dem Plan. Ich lasse mich überraschen) Bin mal gespannt, ob die Arbeit beim Blöd-Konzern wie 16 Jahre Springer ihre Haltung beeinflusst haben.

Liebe Eva, hoffentlich hast Du dich nicht zu sehr verändert! (Herr Keuner möge mir verzeihen.)

kostenloser Counter



Stöckchen gefangen (update)

Allgemein, Medien — geschrieben von WAZsolls @ 19:09


Dass im Pott (Ruhrgebiet, Anm. für Auswärtige) tolle Menschen wohnen, wer wüsste das besser als ich. Dass sie nicht nur im RL, sondern auch in den elektronischen Dorf so sind, durfte ich jetzt lernen. Jens hat mir blutigem Anfänger ein Stöckchen zugeworfen und auch gleich eine ?Gebrauchsanweisung? mitgeliefert. Dafür meinen herzlichen Dank in die ziegelrote Essecke. Die Stöckchen-Fragen beantworte ich natürlich gern nach bestem Wisssen und Gewissen:

 (weiter)

Sie haben sich aber gar nicht verändert...

Allgemein, Medien — geschrieben von WAZsolls @ 16:47

Ein Mann der Herrn K. lange nicht gesehen hatte, begrüßte ihn mit den Worten: ?Sie haben sich aber gar nicht verändert.? ?Oh?, sagte Herr Keuner und erbleichte.

Frei nach Brecht hat es über Jahre bei der WAZ kein Erbleichen gegeben. Denn erstens veränderte sich tatsächlich kaum etwas und zweitens störte das keinen.

Wir sind Zeitungs-Journalisten und werden es auch ad infinitum bleiben, lautete die Devise. So wurde der Versuch, 1997/98 die Plattform Cityweb mit journalistischem Content zu füllen, eher milde von den Print-Kollegen belächelt. Und als das Experiment, aus welchen Gründen auch immer, eingestellt wurde, hörten die aus dem WWW an den Zeitungs-Schreibtisch zurückkehrenden Kollegen nur ein hämisches ?Siehste!?

Jetzt geht das mit dem Internet schon wieder los... und sorgt diesmal für Aufregung in den Redaktionen. Da sind zum einen die Bedenkenträger: ?Wir graben uns doch selbst das Wasser ab. Was hat die ganze Bloggerei mit Journalismus zu tun? Wen wollen wir damit denn erreichen?? So dachte offensichtlich auch der Päsident des frischgebackenen Fußball-Zweitligisten Rot-Weiß Essen. Das Angebot, als Blogger bei der WAZ den Fans (und als MdB seinen Wählern) näher zu kommen, lehnte er strikt ab: ?Kein Bedarf!?

Doch die Front weicht auf. Außer dem Kollegen ?ber? gibt es immer mehr WAZler die selbst einmal das Internet anwerfen und auf die Reise durch die Bloggosphäre gehen. ?Da kann ja doch was dran sein. Vielleicht können wir so zeitungsferne Schichten erreichen. Die Schnelligkeit des Mediums hat etwas für sich.? Auch vor dem angekündigten Besuch von Lyssa in der Redaktion gibt es immer mehr Kollegen, die sich ernsthafte Gedanken machen, auch wenn sie mit dem Begriff web2.0 noch nicht allzu viel anfangen können.

Trotz langjähriger Erfahrungen mit der WAZ-Hierarchie, besann sich jetzt ein Lokalredakteur auf sein Handwerkszeug, wartete keine hausinterne Pressemitteilung ab, sondern stiefelte direkt in die zweite Etage, klopfte an die Tür mit dem frischen Namensschild K. Borchert ? und wurde prompt vorgelassen. Aus dem erwarteten kurzen Gespräch (oder dem befürchteten schnelle Rauswurf) wurden lehrreiche (das beteuert der Kollege jedenfalls) eineinhalb Stunden.

Allein schon die Tatsache, dass das Print-Fußvolk (zumindest in diesem Fall) ohne langwierige Prozedur bis zu den Schaltstellen der Online-Macht vordringen kann, zeigt einen Trend zum Wandel. Hoffentlich setzt sich dieser Stil durch.

?Sie haben sich aber gar nicht verändert...? Vielleicht doch ? ein kleines bisschen.

BlogCounter.de - kostenloser Counter für Weblogs



Blog-Baustelle

Allgemein, Medien — geschrieben von WAZsolls @ 06:58

Jetzt wird es langsam gefährlich. Man denkt schon fast mehr an seinen nächsten Blog-Beitrag als an die aktuelle Geschichte, an der man für die nächste Print-Ausgabe arbeitet. Für letzteres werde ich bezahlt, ersteres ist ein Freizeit-Vergnügen.

Und schon ist man mitten in der Kern-Problematik, die viele, nennen wir sie einmal Medien-Blogger, interessiert. Kann man mit Blogging Geld verdienen, ist Blogger ein Beruf, welchen (kommerziellen) Nutzen erwarten Untenehmen durch ihren Einstieg ins web2.0 (oder wie man die schöne neue online-Welt nennt). Und vor allen Dingen, was erwartet die WAZ durch ihr Enaggement im Online-Bereich. Bisher hat man doch kaum einen Cent in die Hand genommen, ohne das sicher war, dass er sich in einen Euro verwandeln würde. Wo wird aber nun im Netz der Umsatz und vor allen Dingen die Rendite erwartet? Fragen über Fragen!

Noch sind es bei der WAZ Parallelwelten mit nur ganz wenigen institutionellen Schnittpunkten zwischen Print und online. Und in den Köpfen gibt es fast nichts, was den handfesten Lokalredakteur mit den nebulösen Netzwelten verbindet. Klar, einige Kollegen haben mitbekommen, dass nicht nur abends die eigenen Artikel ?online? gestellt werden und dass es so etwas wie Foren gibt, sie haben sogar gehört, dass es ?blogs? geben soll. Was das ist? Frag den Kassner (ber), der kennt sich damit aus. Hast Du schon einmal unsere WAZ-blogs angesehen? Nee, wenn ich mal Zeit habe, schaue ich mir das an! Wie finde ich das, was muss ich da eingeben?

Schade, so fehlten mir als "WAZsolls" die Gesprächspartner, gibt es kein kollegiales feedback. Dabei sollen doch, glaube ich Don Meyer Alphonso, Journalisten am liebsten über sich selbst schreiben.

Zurück zum Blog: Seit gestern wissen Leser und Kollegen es ja etwas besser. Auf Seite 3 erklärt die WAZ nicht nur was Speiseeis ist und was es mit den Nackten im Düsseldorfer Museumsviertel auf sich hat, nein auch den weblogs, blogs, Internet-Tagebüchern (?!) werden kostbare Quadratzentimeter freigeschlagen. Die Kollegen zumindest haben es mehr oder minder interessiert zur Kenntnis genommen.

Es bleibt noch viel zu tun. Um ein erfolgreiches Projekt zu starten reicht es nicht, Ulrich R. und Bodo H. zu überzeugen und vielleicht einige Blog-Stars (gegen Honorar??) mit ins Boot zu holen. Die Botschaft muss auch bei den traditionellen Hütern des gedruckten Wortes, an der Schreiber-Basis ankommen. Bisher gibt es nur Schweigen aus der 2. Etage (Sitz der Chefredaktion & Lyssa, in deren Lounge ich sehnlichst auf neue Beiträge warte).

Bisher gab es nur Halb(!)tages-Kurse für die Online-Beauftragten (so heißen sie wirklich) der Lokalredaktionen, in denen die Bedienung der Software für die Leserforen trainiert wurde.

Es gibt noch viel zu tun!



Tarnkappe bei der WAZ

Allgemein, Medien — geschrieben von WAZsolls @ 16:34

Es ist doch nicht zu glauben, kaum einen Tag in der Blogosphäre unterwegs (nun ja, vor einer Woche hat man mir versucht zu erklären, was ein Blog ist) und schon wird man wahrgenommen. Na gut, die große WAZ und ihr bisher kleiner Anfang im Blog-Dorf bewegt natürlich die Gemüter der online-Gurus. Und wenn dann auch noch eine der Ihren auf die Kommandobrücke des Tankers WAZ geholt wird...

Als schreibender Redakteur bisher daran gewöhnt, jeden Artikel mit dem eigenen Namen zu zeichnen, ist es ein völlig neues Gefühl, ganz anonym in der Öffentlichkeit seine Spuren zu hinterlassen und Rätsel aufzugeben. So wird schon in den Redaktionen geforscht, wer sich hinter WAZsolls versteckt und sein Unwesen treibt.

Ist es nicht gerade der Reiz der Tarnkappe, der manchen Blogger immer wieder ins Netz treibt. Von einem Großen dieser Szene, der sich online bissig und sarkastisch gibt, berichtet man, dass er im wirklichen Leben (das gibt es tatsächlich) eher bescheiden, fast schon gehemmt wirkt.

Doch wer will das hier schon wissen. Die Freaks, die diese Seite dankenswerterweise in ihrem Radar beobachten, warten sicher auf Insider-Informationen aus dem neuen Lyssa-Reich, die Tiefgaragen-Story ist ja schon einige Tage alt. Erst einmal, die oben erwähnte Real-life/Netz-Persönlichkeitsspaltung gilt bei Katharina B. nicht. So berichtet zumindest der Kollege, der nach harscher Kritik aus der Blogosphäre das Gespräch mit ihr suchte. Kenner der WAZ-Gepflogenheiten werden sich wundern, der Kollege wurde ohne Terminabsprache, ohne Kalender schwingenden Sekretariats-Zerberus einfach vorgelassen. Erst im Allerheiligsten konnte er sein Vorstellungs-Zauberwort ?Waz worstcase? (intern schon zu WAZ Wurstkiste mutiert) loswerden.

Freundlich, kompetent und schnell denkend machte Katharina B. den Kollegen (Herbergsvater) zum Lyssa-Fan. (Das ?Fan? wird er zwar abstreiten, aber eine gewisse Begeisterung kann er sicher nicht leugnen). Und worüber wurde gesprochen? Sorry, aber auch mit Tarnkappe gilt der Informantenschutz, schließlich bin ich schreibender WAZ-Mann und will es auch bleiben.

Demnächst will Lyssa von ihrer Kommandobrücke eine Etage höher in die Niederungen der Lokalredaktion räumlich auf-, hierarchisch absteigen, um ihre Konzepte den schreibenden Kollegen an der Stadt- und Stadtteilfront zu erläutern. Dann wird sie sicher auch dem Lokalchef (Boss von ber) klarmachen, dass es als Blogger kein guter Einstand ist, seinen abgestandenen Wochenkommentar einfach ins Netz zu stellen.



Druck aus dem Netz

Allgemein, Medien — geschrieben von WAZsolls @ 17:54

Es ist schon verwunderlich. Da wird die WAZ jahrelang als große Zeitung mit mäßiger Qualität eher mitleidig belächelt. Die großen Star-Journalisten sprechen allenfalls in Nebensätzen von einem Provinzblatt.

Und das große weltweite Dorf? Die ach so avantgardistischen Foren-Helden und Blog-Cracks nehmen die zaghaften Online-Versuche des Print-Riesen mit dem Zwergen-Renomee überhaupt nicht wahr. Gar nicht ignorieren! lautet die Devise.

Dann geschieht das unfassbare, die Manager des biederen Rendite-Krösus kaufen nicht nur eine Rei(t)z-Figur mit Online-Faible für den Printbereich ein, nein, für die Netz-Aktivitäten wird eine Blogger-Ikone mit Kanzlerinnen-Zutritt (Lyssa) fest engagiert. Und die hält noch vor Vertragsbeginn mit einigen Häuptlingen aus dem deutschen Blog-Dorf auch gleich ein strategisches Palaver ab.

Und nun steht die gute alte WAZ plötzlich im Mittelpunkt des Interesses. Kein renommierter Medien-Blogger, der auf sich hält, erspart sich einen Kommentar. Dieser Wirbel wird auch genutzt, um die ersten zaghaften Blog-Versuche einiger mutige Print-Journalisten aus dem Lokalbereich der absoluten Lächerlichkeit preiszugeben.

Da zeigt sich ein gravierender Unterschied zwischen seriösem Print-Journalismus (auch wenn er langweilig erscheint) und der nur auf den ersten Blick kompetenten medienkritischen Blogger-Szene. Im Printbereich sollte zumindest eine rudimentäre Kenntnis des Berichtsgegenstandes vorhanden sein, Blogger können munter drauflos fabulieren.

Im konkreten Fall hat sich keiner der Kritiker schlau darüber gemacht, wie und unter welchen Bedingungen konkret in der Essener Lokalredaktion die ersten Blogs enstanden. Warum auch informieren, ohne Fakten formuliert es sich viel schöner, besonders von Blog-Ästheten, die den staunenden Claqueuren ganz beiläufig mitteilen, welche beeindruckende Festmeterzahl ihre Privatbibliothek habe. Was sind da schon Blog unerfahrene Fuzzies aus einer WAZ-Lokalredaktion, die auch noch Emoticons einsetzen?

Welch ein Glück, dass die meisten Print-Redakteure und der Großteil der Leser überhaupt nicht mitbekommen, wie man plötzlich in den Fokus einer weltweiten Minderheit geraten kann.

Bis vor wenigen Wochen war mir die Bloggerei allenfalls aus bildblog bekannt, meine Welt ist noch imme das gedruckte Wort. Aber wenn schon meine WAZ-Kollegen ins Kreuzfeuer der online-Kritik geraten sind, will ich das Feld nicht nur den Outsidern überlassen. Noch kenne ich die Online-Chefredakteurin nur aus ihrer lounge. Ich bin gespannt, wie sie die Print-Kollegen mit auf die Reise in die Blogosphäre nimmt.

Dazu bestimmt demnächst mehr...



Kérastase-Produkte günstig online kaufen
Optimized by AmbiWeb