WAZsolls

Kein Thema

Medien — geschrieben von WAZsolls @ 06:22

Kaum ist man aus privaten Gründen einige Wochen komplett offline (nein, meine Tarnkappe wurde nicht gelüftet), wird von Westeins der erste der erste kleine Schritt in die ?schöne neue web2.0-Welt? gemacht. Westropolis heißt der neue Kulturkanal aus dem Zeitungshaus. Dafür wurden, wie bereits bei den ersten Diskussionen über den geplanten Web-Auftritt angekündigt, sogar externe Blogger eingekauft.

Um die Diskussion aus dem letzten Jahr noch einmal aufzugreifen: Hoffentlich werden die auch leistungsgerecht entlohnt und bekommen mindestens die rund 30 Cent pro Zeile, von denen freie Print-Mitarbeiter ihr Luxus-Dasein mit Auto, Handy und Internet-Anschluss (das unverzichtbare Handwerkszeug) finanzieren müssen. Dabei bin ich mir persönlich nicht ganz sicher, ob man Online-Autoren eigentlich besser bezahlen sollte als Print-Schreiber, deren Artikel letzendlich (ohne Sonder-Honorar) auch auf den WAZ-Online-Seiten landen. Aber das ist eine Diskussion, die eher in den (geschwächten) Journalisten-Gewerkschaften geführt wird, in den Print-Redaktionen ist das kein Thema.

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Zwischen den Stühlen (Update)

Medien — geschrieben von WAZsolls @ 00:47

Als wäre es abgesprochen. Kaum wird die WAZ-Neuschöpfung des regionalen Newsdesk in Recklinghausen über die verärgerte Leserschaft hinaus zum Thema, landet das Medienhaus Lensing in Münster einen Coup, der nicht nur bei den dort vorerst (nur) freigestellten Redakteuren für Betroffenheit sorgt. ?Billig (unter Tarif) besetzten Newsdesk rein ? teure (weil nach Tarif bezahlte) Erfahrung raus? scheint das Motto zu sein, das sich die nie um eine negative Überraschung verlegenen Verleger offenbar als Handlungsmaxime für die Zukunft ihres Hauses auf die Fahnen geschrieben haben.

Wie die Reaktionen der Leser in Münster ausfallen, bleibt abzuwarten. Manchen mag es sogar egal sein und viele wissen vielleicht gar nicht, auf wessen Rücken das Relaunch ihrer Heimatzeitung ausgetragen wurde.(Obwohl man sogar au dem Westline-Portal Kritisches zur Entwicklung lesen kann.)

Vor diesem Hintergrund erscheint die ?neue Regionalausgabe? im Vest, die am ?Newsdesk? in Recklinghausen entsteht, in der Medienszene nur noch ein ?Aufreger? zweiter Ordnung zu sein. Es gab keine Entlassungen, alle werden brav nach Tarif bezahlt und die WAZ bleibt den Lesern im Verbreitungsgebiet von Recklinghausen bis Olfen erhalten.

Also auch im neuen Gewand business as usual?

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Modell Recklinghausen II Update

Medien — geschrieben von WAZsolls @ 06:23

Ich habe ja noch nicht herausbekommen, wie es um die Abo-Kündigungen im Bereich Vest steht, wenn man sich aber das WAZ-Forum zu diesem Thema ansieht (Thread von Jens eingerichtet), kann der Verlag derzeit nicht mit einer Steigerung der verkauften Auflage rechnen.

Es ist den Lesern die frühmorgendliche Zeitungs-Heimat weggenommen worden. Wenn auch sicher die Forenbeiträge nicht repräsentativ sind, so machen sie doch den Stellenwert des Lokalen deutlich. Keiner der Schreiber will die WAZ wegen ihres Mantelteils behalten, wenn die lokale Berichterstattung fehlt.

Das sollte den Damen und Herren in der Zentralredaktion zu denken geben!

Update: ?Die WAZ ist für mich jedenfalls seit Samstag Geschichte.? So der bisher letzte Beitrag im "Vest-„Abbestellungs“-Forum" der WAZ.

Inzwischen sind die Stimmen der unzufriedenen Leser auch in die Mittags-Konferenz der Zentralredaktion gedrungen. Ein Kollege berichtete vom Dienst an der Leser-Hotline. Hauptthema der Anrufer: Klagen über die neue Vest-„"Lokal“"-Ausgabe. In der Konferenz wurde auch berichtet, dass allein am ersten Wochenende der neuen Ausgabe über 300 Abo-Kündigungen eingegangen sein sollen. Inzwischen dürfte die Zahl einen vierstelligen Bereich erreicht haben.



Die Aufsteigerin

Medien — geschrieben von WAZsolls @ 06:36

Herzlichen Glückwunsch in die zweite Etage!

Kaum wird aus Lyssa die Westeins-WAZ-Gruppen-Content-Managerin Katharina Borchert, schon wird sie zur journalistischen Aufsteigerin des Jahres 2006.

Viel Erfolg weiterhin!

In diesem Zusammenhang, da eine Bloggerin einen Journalistenpreis erhält, ist es interessant zu lesen, wie Thomas Knüwer und DonAlphonso den "Kulturkampf" zwischen Print und Online, zwischen old und new media sehen.

Übrigens, wir sind hier im lokalen WAZ-Bereich auch nur ein kleines überschaubares Häufchen von milde belächelten Online-Enthusiasten. "Was spielt ihr da eigentlich immer im Internet rum? Arbeitet lieber!"



WAZ Euro-Newsdesk

Medien — geschrieben von WAZsolls @ 06:23

(Nachrichten-)Tischlein deck dich, aber bitte crossmedial!

Weit weg von der Provinz des nördlichen Ruhrgebietes tut sich etwas für WAZ-Verhältnisse revolutionäres. Die Mediengruppe baut in Brüssel eine europäische WAZ-Union auf. Die EU-Korrespondenten aus sämtlichen WAZ-Zeitungsländern (Deutschland, Österreich, Ungarn, Bulgarien, Kroatien, Rumänien, Serbien, Montenegro und Mazedonien) sollen in einem gemeinsamen Büro zusammengefasst werden und gemeinsam an einem europäischen Newsdesk arbeiten.

Schon im Herbst wurde WAZ-Chefredakteur Ulrich Reitz geradezu euphorisch, wenn er über das Projekt sprach. Nur die Besten aus jedem Land sollen aus dem Herzen Europas berichten. Er könne sich sogar vorstellen, in der WAZ den Bericht eines NRZ-Kollegen zu veröffentlichen. Das kommt, wenn man die scharfe hausinterne Abtrennung zwischen beiden Blättern kennt (Es gibt sogar NRZ-Kollegen, die nie einen WAZ?ler grüßen würden, ehrlich!), einer Revolution gleich.

Zwölf Redakteure soll das Brüsseler Büro an einem Nachrichten-Tisch vereinen, sogar auf die interne Amtssprache Englisch soll man sich schon geeinigt haben (dann heißt es wohl korrekt Newsdesk).

Wie man hört, soll Kooperation ganz groß geschrieben werden, es sollen in der Nachrichten-Küche sogar gemeinsam Artikel, pardon Storys, entwickelt werden. (Wenn das in Brüssel klappen sollte: Glückwunsch! ? Im Lokalen gelingt das nur in den seltensten Fällen).

Wenn das gemeinsame Büro höchstwahrscheinlich am 15. Februar bezogen wird, soll es auch gleich zweigleisig arbeiten: Print und Online sollen gleichzeitig bedient werden. Ob es noch weitere ?crossmediale? Ergänzugen gibt, das drang bisher noch nicht in die Niederungen der Ruhrgebiets-Redaktionen vor.



Zukunft an der Spree - alles Klar

Allgemein, Medien — geschrieben von WAZsolls @ 20:37

Wer einmal einen (tele)visionären Blick in die Zukunft werfen will, sollte einmal einen Spreeblick wagen. Medienkritik erster Klasse!

Ich bin schon gespannt, wann es die ersten Exklusiv-Interviews mit Natascha Kampusch Brigitte Mohnhaupt und Christian Klar zu lesen gibt.



Modell Recklinghausen

Medien — geschrieben von WAZsolls @ 10:52

Ab Montag (15. Januar) wird im Bereich Ostvest eine ganz andere WAZ in die neue Woche starten. Zumindest die Leser der bisher sechs Lokalteile des Gebietes werden sich an ein völlig verändertes Blatt gewöhnen müssen. Ob das nun, wie vielfach hausintern propagiert wurde, die "Lokalzeitung der Zukunft" sein soll, mögen die Leser selbst entscheiden. (Ich bin gespannt, wie zum Beispiel Jens als Ex-Olfener das Projekt beurteilt.)

Zwar geisterten in den letzten Wochen schon einige Recklinghausen-Nullnummern durch das Haus, auf meinem Schreibtisch ist leider keine gelandet. Kollegen kommentierten die Probeausgaben mit ?ganz anständig? oder ?nicht schlecht gemacht?.

Die Motivation, mit einem solchen ?zukunftsweisenden Experiment? auf den Markt zu gehen, sind meiner Meinung nach ganz profaner Art: es waren rein ökonomische Gründe. Man hat im Ostvest als WAZ gegen die etablierten Heimatblätter nie wirklich einen Fuß auf den Boden bekommen.

Chefredakteur Reitz erklärte dazu vor kurzen sinngemäß, dass es ein Fehler gewesen sei, vor rund 20 Jahren dort überhaupt anzutreten. Dieser Fehler müsse jetzt korrigiert werden. Während ich persönlich diesen (wie jeden anderen) Rückzug bedauere, muss ich allerdings positiv anmerken, dass trotz der erheblichen Einsparungen (vorher rd. 60 Redakteure vor Ort, jetzt 25 Redakteure am Newsdesk in Recklinghausen) keine Planstelle gestrichen wurde und kein Kollege arbeitslos geworden ist. Deshalb blieb wohl auch der große Protest des Betriebsrates aus, als die Recklinghäuser Pläne vorgestellt wurden.

Natürlich ist es mit Belastungen verbunden, sein gewohntes redaktionelles Umfeld zu verlieren, aber der Bezug von ALG I ist doch wohl ein einschneidenderes Erlebnis. Sicher gibt es an unserem Haus immer viel zu meckern, aber wenn ich mir ansehe, was für Folgen es bei anderen Verlagen hat, wenn sie sich aus Gebieten zurückgezogen haben, da geht es uns doch Gold. Ich kann mir vorstellen, dass Kollegen den Ruhrnachrichten da andere Gefühle gegen ihren (Ex-)Verlag hegen.



Online first? (Schüsse aus Bayern)

Medien — geschrieben von WAZsolls @ 23:40

Peng, jetzt hat es uns wieder erwischt! Nachdem sich die Aufregung um die bloggende WAZ (Wurst-Kisten-Szenario) nach fast einem halben Jahr fast gelegt hat, pfeifen den Kollegen jetzt wieder Kugeln um die Ohren. Abgeschossen werden sie in der bayerischen Provinz, genauer gesagt im Stadtpalais von Don Alphonso. Echauffierte er sich im Sommer 2006 darüber, wie die Kollegen ihre Blogs befüllten, nimmt er nun daran Anstoß, dass sie es für einige Zeit nicht getan haben. ?Blogleichenschau? nennt der nach der StudiVZ-Krimi-Serie von mir hoch geschätzte Don (ehrlich, nicht geschleimt) die Betrachtung der Essener Lokalblogs (über Freundinnen will ich mich nicht äußern, weder lese, noch habe ich sie).

Sonst durchaus der ziselierten Fabulierens mächtig, bleibt er in diesem Falle seltsam platt. So wird jedes Blog, das nicht mindestens im Wochentakt bedient wird, platt-geschrieben, wenn diese Plattitüde erlaubt ist. Wenn man sich die lokale WAZ-Bloggeria en detail ansieht, kann ich Don nur zum Teil Recht geben. Vielleicht hilft ein etwas hintergründiger Blick, das in Bayern konstatierte Erlahmen zu verstehen.

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WESTEINS bloggt (update)

Medien — geschrieben von WAZsolls @ 07:25

Beinahe hätte ich es übersehen: Das erste Westeins-Blog ist da! Keine geringere als ?KBorchert? hat die ersten Beiträge verfasst. Wenn das kein prominent besetzter Start ist!

Aber Ironie off, Stellenanzeigen als Blog anzulegen, wenn Blogger gesucht werden, das hat wenigstens begrenzten Witz. Was leider bisher noch nicht das Licht der WAZ-Welt erblickt hat, ist ein eigenes hausinternes Mitarbeiter-Blog, wie ich es schon gefordert habe, als es das WAZsolls-Blog noch gar nicht gab. Da hat man schon eine kommunikative A-Bloggerin im Hause ? und nichts passiert. Wäre doch schön, wenn man an der Sachsenstraße (WAZ-Sitz) eine eigene Blog-Spielwiese bekäme.

Aber, wie ich das Haus kenne, waren es sicher wieder unüberwindliche Hard- und Software-Hürden, die die Idee zum Scheitern brachten. Schade eigentlich. Auch mit dem Wissen, dass man sicher beim internen Bloggen vorsichtiger formulieren würde, ist das eine nicht genutzte Chance der Mitarbeiter-Kommunikation.


Update: Kurz nach Erscheinen einiger Beiträge zum Westeins-Blog, in denen man zum Beispiel das Fehlen der Kommentar-Funktion bemängelte, wurde die Möglichkeit in Essen freigeschaltet. Ist schon komisch, Stellenausschreibungen als Blog und dann dazu Bewerbungen als Kommentare. Ein echter Innovations-Schub!



Bitte warten! Tücken der Technik

Allgemein, Medien — geschrieben von WAZsolls @ 20:02

WAZsolls gibt es doch noch!

Nein, meine Identität ist noch nicht aufgedeckt worden, ich arbeite immer noch in der dritten Etage des Zeitungshauses WAZ. Unter mir (natürlich rein räumlich) arbeitet auch weiterhin Katharina Borchert und kämpft mit den Tücken der Technik, um endlich unserem Unternehmen ein Plätzchen in der schönen neuen Web2.0-Welt zu sichern.

Wie man so hört, oder einem "Ondit" zu Folge soll sich der Starttermin für Westeins weiter verzögern. Während die Bewerber um die angeblich über 20 Online-Redakteursstellen endlich ihre ersten Runden auf dem Westeins-Trainingsplatz drehen wollen und sehnsüchtig auf Post aus der Personalabteilung warten, soll es die Technik schwer haben, passende Renn-Schuhe zu finden. Fast täglich muss sich die Content-Managerin, die inzwischen sogar eine Sekretärin hat, auf die Socken machen, um immer wieder neue Löcher zu stopfen. Aus dem Sprint scheint ein Marathon zu werden. Es ist halt nicht so leicht, aus dem Stand ein so komplexes Projekt auf die Piste zu bringen.

Wer hier im Haus als Print-Redakteur einmal Probleme mit seiner Soft- und Hardware hatte, kann nachvollziehen, was da von der Westeins-Mannschaft gestemmt werden muss. Wie spottete doch neulich ein Kollege: ?Die WAZ ist eine große Behörde, die nebenbei auch noch eine Zeitung herausgibt? Seine Geschichte über den Austausch seines Handwerkszeugs, einem Feld-, Wald- und Wiesen-Computers klingt so unwahrscheinlich, dass sie einfach stimmen muss.

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Gruscheln II, oder es kann nur besser werden.

Medien — geschrieben von WAZsolls @ 10:10

Das ist ja wirklich ganz großes Kino, was da an der Blogbar zur Zeit in Sachen StudiVZ abgeht. Keine dezente Barmusik, eher dröhnende Paukenschläge.

In diesem Zusammenhang möchte ich höflich darauf hinweisen, dass zumindest ein bloggender WAZ-Redakteur inzwischen mitgekriegt hat, dass die StudiVZ-Lobhudelei in der Printausgabe nicht so ganz die Realität der studentisch platten Form widergegeben hat. Warum dieser Beitrag allerdings nur in den "Essener Stadtansichten" versteckt wird, kann ich mir nur mit der dezentralen Blogbefüllung erklären.

Warum allerdings die Online-Redaktion, deren Chefin in dieser Szene einen guten Ruf genießt, offensichtlich kein Ohr im Bloggersdorf hat, ist mir schleierhaft. Ich meine, man kann an diesem Fall nicht so einfach vorbeigehen und nur DPA auf der WAZ-Eingangsseite präsentieren.

Da kann man nur hoffen, dass sich etwas tut, wenn der neue Online-Auftritt der WAZ das Licht der Welt erblickt. Wie man hört, wird jetzt nicht mehr konkret der 1. März als Starttermin genannt, jetzt ist nur noch vom Frühjahr die Rede. Während sich auf der Baustelle für den Online-Newsdesk im Erdgeschoss des Verlagshauses II an der Friedrichstraße noch nichts Sichtbares tut, ist die interne Ausschreibung für die zukünftige Newsdesk-Besatzung jetzt abgelaufen.

Schöne neue Welt: als eine der ersten Ausschreibungen im Hause wurde die Stellenbeschreibung auch im WAZ-Intranet veröffentlicht - und man konnte sich sogar online bewerben. Über die Resonanz auf die angebotenen Stellen für Online-Redakteure/innen ist noch nichts bekannt.

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Gruseln statt Gruscheln

Allgemein, Medien — geschrieben von WAZsolls @ 20:45

Zack, das hat gesessen. Da habe ich es als WAZler gewagt, einen Kommentar zur StudiVZ-Debatte abzugeben - und schon kam es knüppeldick. Ich solle mich mal schön zurückhalten, schließlich habe in der WAZ ein grottenschlechter und komplett unkritischer Artikel über die Datensammelstelle von Esshan Dariani gestanden.

Das stimmt, die Geschichte war aber auch so etwas von liebedienerisch, sie hätte auch aus einer edelmannschen Feder stammen können. Und das als hier und hier und anderswodie StudiVZ-Fassade eingerissen wurde. Nur, liebe Scharfschützen, mich hat das WAZ-Werk auch als Leser erwischt, ich kenne noch nicht einmal die Autorin persönlich. Ich bitte also, mich aus der WAZ-Kollektivhaft zu entlassen.

Es ist wirklich zum Gruseln (nicht Gruscheln)

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Fürchtet sich wirklich jemand vor Onruhr?

Medien — geschrieben von WAZsolls @ 20:14

Mit einem Paukenschlag sollte sie beginnen die Online-Zeitungszukunft im Ruhrgebiet. Aktuell, gründlich recherchiert und ausführlich, so kündigte sich Onruhr nicht nur in Newslettern an. Auch im Interview mit Jens im Pottblog versprach Onruhr-Chef Uwe Knüpfer viel ? zu viel, wie ich (bis jetzt) meine. Einmal abgesehen vom Format und seinen noch nicht bewältigten Tücken wurde für die Inhalte der PDF-Zeitung eine große Erwartungshaltung geweckt.

Aus eigener Betroffenheit als WAZ-Lokalredakteur war ich natürlich besonders gespannt auf die Onruhr-Lokalteile. Nun ja, den Plural kann ich erst einmal zurückziehen, denn auf dem Markt sind bisher nur Essener Seiten.

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Lob für den Chef

Allgemein, Medien — geschrieben von WAZsolls @ 20:04

Allenthalben ist es ja in den letzten Jahren üblich gewesen, auf die WAZ als Zeitung einzuprügeln. Provinziell, langweilig, altbacken waren die Attribute mit denen man uns bedachte. Wenn man dann noch mit einem Kollegen von der Süddeutschen bei einem Termin zusammenkam (passierte schon mal, als es noch den NRW-Teil gab), traf einen häufig eine volle Breitseite Arroganz, wenn man den Namen seines Arbeitgebers nannte.

Insgeheim hoffte man dann, dass die Bestrebungen der WAZ, die SZ aufzukaufen, erfolgreich gewesen wären. So nach dem Motto "Euch kaufen wir doch aus der Portokasse." (Na, vielleicht wird es ja im nächsten Jahr etwas, wenn sich die SZ-Anteilseigner angeblich von ihren Beteiligungen trennen wollen).

Ach ja, worauf wollte ich eigentlich hinaus? Klar, es freut einen dann doch bei aller Kritik am eigenen Blatt, wenn man einmal etwas Lobendes von einem geschätzten Blogger liest. Und das gilt dann auch noch dem Chef, der zumindest für ein frisches Outfit bei der alten Tante WAZ gesorgt hat.



Franchise-Redaktion

Medien — geschrieben von WAZsolls @ 07:57

Jens vom Pottblog hat gerade den zweiten Teil des Interviews mit dem ehemaligen WAZ-Chefredakteur und heutigen Onruhr-Chef Uwe Knüpfer ins Netz gestellt. Sehr lesenswert! Was mich beunruhigt ist eine Antwort zum Thema Redaktions-Gründung:

Uwe Knüpfer: "Wir entwickeln eine Art Franchise-Modell, das es einzelnen Journalisten - oder auch Teams, die sich zusammenfinden und ein Gesellschaft gründen - möglich macht, in ihrer Stadt ohne großen Kapitalaufwand aus dem Stand eine anspruchsvolle Lokalzeitung zu machen. Eigenverantwortlich, aber auf der Grundlage von OnRuhr festgelegter Grundsätze und Regeln."

Aus meinem täglichen Umfeld weiß ich, wie schwer es Freie haben, von den Früchten ihrer Arbeit zu überleben, von Leben kann nur in den seltensten Fällen die Rede sein. Wie sollen es dann freie Journalisten schaffen, Gesellschaften zu gründen und in das Knüpfersche Franchise-Modell einzusteigen. Da funktioniert meiner Meinung nach nur unter zwei Bedingungen.

Die erste Möglichkeit: Die Journalisten betreiben das als Hobby und sind nicht gezwungen von ihrer Arbeit auch leben zu müssen. Das halte ich für eher unwahrscheinlich, denn selbst Uwe Knüpfer kann sich auf die Dauer keine kreative Pause leisten, aber er hat ja, wie man hört, starke Partner im Hintergrund. (Es gibt zu denken, dass er schon im August dem RAG-Mitarbeiter-Magazin "Folio" [Seite 10] ein Interview gegeben hat.)

Damit wäre man bei der zweiten Möglichkeit. Die Franchise-Journalisten suchen sich im örtlichen Handwerk, Handel oder der Industrie starke Partner, die ihre Arbeit unterstützen und das mittelfristige Überleben der Redaktion sichern. Wie unabhängig dann die Berichterstattung ist, braucht man nicht mehr zu diskutieren. Der "Sponsor" dürfte vor kritischer Berichterstattung geschützt sein, von schleichender Werbung will ich gar nicht reden.

In diesem Zusammenhang wäre die Frage interessant gewesen, wer die Anschub-Finanzierung für Onruhr unterstützt hat.



Klassisch - ohne Moderne

Medien — geschrieben von WAZsolls @ 06:48

Ach Uwe, bist Du jetzt schon bei den digitalen Drücker-Kolonnen für "Onruhr"?

...Seit heute läuft unsere Aktion ?Leser werben und gewinnen?. Sie funktioniert so: Sie als onruhr-Leser der ersten Stunden machen möglichst viele Freunde, Bekannte, Kollegen, Verwandte auf onruhr aufmerksam und bitten sie, sich auf onruhr.de als Leser zu registrieren. Dabei geben die neu Geworbenen im Feld ?Wie sind Sie auf onruhr aufmerksam geworden?? Ihren Namen oder Ihre e-mail-Adresse an. Am Ende jeder Woche - erstmals am 17. November 2006 - schenken wir dem erfolgreichsten Werber der Woche zwei Eintrittskarten für den Mondpalast in Wanne-Eickel. (Wer den Mondpalast nicht kennt: es ist DAS Volkstheater des Reviers.) Unter den neu geworbenen Lesern verlosen wir zwei weitere Karten. Und noch mal zwei Karten verlosen wir jede Woche unter allen bis dato registrierten Lesern. ...
Bleiben Sie onruhr!
Einstweilen und bis bald
Mit herzlichen Grüßen
Uwe Knüpfer

Dieser "persönliche Brief" landete vor einigen Tagen in meiner Mailbox und soll für die pdf-Online-Zeitung Onruhr werben, die noch vor dem WAZ-Online-Relaunch an den Start geht.

Wie man schon jetzt sieht, wird alles ganz "klassisch" und es fehlt die Moderne. Deshalb wird dieser Stil offensichtlich auch bei der Abo-Werbung beibehalten, statt Kaffee-Maschinen gibt es allerdings Theaterkarten aus Herne, der Heimat des Onruhr-Chefredakteurs Uwe Knüpfer, der sich Jens vom Pottblog zum ausführlichen Interview gestellt hat.

Dabei hat mein ehemaliger Chef großzügig den Mantel des Vergessens über seinen Abgang bei der WAZ gebreitet. Man erzählt sich, dass man ihm zum Beispiel die Leitung des neuen internationalen Korrespondenten-Büros der gesamten WAZ-Gruppe (incl. Südost-Europa) in Brüssel angeboten habe. Dort hätte er nach seiner Nichtverlängerung des Chefradakteurs-Vertrages ohne Gesichtsverlust einen Neuanfang machen können. Knüpfer soll dieses Angebot vehement abgelehnt haben. Wie gesagt, so erzählt man es sich auf den WAZ-Fluren (Für die Richtigkeit also keine Gewähr).

Viele Freunde hat Knüpfer noch bei den alten Männern politischen "Entscheidungsträgern" des RVR. Als er kürzlich dort sein Onruhr-Konzept vorstellte, klopfte man ihm kräftig auf die Schultern und versicherte Unterstützung.

Ich bin sehr gespannt auf den zweiten Teil des Knüpfer-Interviews beim Pottblog.



Blogger Lupus oder print to net

Medien — geschrieben von WAZsolls @ 17:47

Er hat es wieder getan, beziehungsweise tun lassen. "Lupus" Wulf M. lässt seine salbungsvollen Wochenend-Kommentare (Print-Erscheinungsdatum WAZ-Essen Samstagsausgabe) jetzt schon freitags in das Blog der Lokalredaktion stellen (Gut unterrichtete Quellen wissen, dass er noch nicht einmal sein Passwort zum Einloggen in das Blog-Redaktionssystem kennt).

Einige seiner "Stammleser" versuchen, den Chefblogger in ihren Kommentaren davon zu überzeugen, dass das Kopieren von Zeitungstexten noch lange kein Bloggen ist. Vergebliche Liebesmüh, Lupus liest die Essener Blogs nicht, noch nicht einmal die Kommentare zu seinen eigenen Beiträgen.

Das ist zwar alles nicht neu, treibt einen aber immer wieder zur Verzweiflung. Vielleicht kann die Online-Chefin dem Lokalchef einmal zwanglos in der Kantine erklären, was ein Blog ist. Lyssa hilf!!


Ich unterstütze den Vorschlag von Chat Atkins in Sachen Blogger des Jahres! Lasst uns den Sargnagel schmieden!

BlogCounter.de - kostenloser Counter für Weblogs

Total lokal (crossmedial)

Medien — geschrieben von WAZsolls @ 07:43

Es bleibt auch im Zeichen des WAZ-Intranets (ja, das gibt es hier tatsächlich), wie es schon immer war: Will man als Redakteur etwas über das eigene Haus erfahren, muss man andere Medien zu Rate ziehen. Das hat sich bisher auch mit der Online-Chefin Katharina Borchert nicht geändert. So kann man zum Beispiel in der November-Printausgabe von ?promedia? lesen, wie sie sich die künftige Arbeit in der Lokalredaktion vorstellt.

Auch im Interview mit dem Berliner Medien-Magazin ist ?crossmedial? wieder das Schlüsselwort.

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Crossmedia.tv

Medien — geschrieben von WAZsolls @ 20:12

Welche Dimension ?crossmedialer? Lokal-Journalismus haben kann, zeigt der Kölner Stadtanzeiger mit seinem neuen lokalen Video-Format ksta-tv. Täglich wird eine aktuelle, vierminütige Nachrichtensendung angeboten- und die ist nicht schlecht. Näheres dazu bei Marco Kitzmann, der das Ganze mal beobachtet hat.

Wie hier im Haus der Flurfunk meldet (die oft zitierten anonymen Quellen), sollen auch in der neuen Westeins-Zentralredaktion im Erdgeschoss des WAZ-Redaktionsgebäudes an der Friedrichstraße Video-Schnittplätze und vielleicht sogar ein kleines Studio eingerichtet werden.

Ich will ja nicht jammern (nein wirklich nicht, Robert), aber ich sehe schon die Lokalredakteure mit der Video-Cam und dem Audio-Recorder bei Terminen auflaufen. (Nur Block Stift und Foto-Kamera lasten ja nicht richtig aus.)



Verlust

Allgemein — geschrieben von WAZsolls @ 17:35

An dieser Stelle gegen alle Gewohnheit ein ganz privater Beitrag:

Eines der wohl bekanntesten Tiere der deutschen Blogosphäre lebt nicht mehr. Mit dem Tod ihres Hundes Pitti hat Katharina Borchert (aka Lyssa) gestern einen persönlichen Verlust erlitten.

Unter anderem als ?Halbpreisreisender? lieferte das ?kleine Monster? Stoff für viele amüsante Beiträge in Lyssas Lounge.

Ich hoffe, dass Frau Borchert den Schmerz schnell überwinden kann.



Rheinskaja Gazeta

Allgemein, Medien — geschrieben von WAZsolls @ 19:14

Nun habe ich mich gerade daran gewöhnt, dass Denglish bei uns Einzug gehalten hat, da kann ich mir schon wieder neue Wörterbücher anschaffen. Russisch wird wohl demnächst auf dem Ausbildungsplan der Volontäre stehen, wenn ich einer Meldung in der ?Welt? ?Printausgabe glauben schenken soll.

Dort (und nicht in unserem Blatt) wird vermeldet, dass die WAZ-Gruppe zusammen mit dem Berliner Verlag ReLine Medien die Herausgabe einer russischsprachigen Zeitung plant. ?Rheinskaja Gazeta? soll das Blatt heißen, das zunächst in NRW erscheinen soll.

Da werde ich wohl demnächst meine Abende in der Russendisko verbringen, um für alle beruflichen Eventualitäten gerüstet zu sein.

Wenn man die russische Standfestigkeit in Alkoholfragen kennt, kommt natürlich die Frage auf, wie sich die neuen Redaktionen in unserem seit Jahren staubtrockenen Haus einleben sollen. Hier gilt nämlich striktes Alkoholverbot, auch für Wodka.

Nasdarowje!



Adieu Chefredakteur

Allgemein, Medien — geschrieben von WAZsolls @ 07:02

Eine neue Zeit gebiert auch neue Wortschöpfungen, damit muss man jetzt auch bei der altehrwürdigen WAZ leben. War die Welt bisher in Chefredakteure, Ressortchefs (natürlich auch Chefinnen), Lokal-Redaktionsleiter(innen) und das arbeitende Volk eingeteilt, ist jetzt im Online-Bereich die Denglish-Moderne eingezogen.

In einer Meldung am schwarzen Brett (bald sicher Info-Board) firmiert Katharina Borchert jetzt als ?Generalmanager Content? bei der WestEins GmbH & Co. KG. Ich bin mal gespannt, wie lange ich noch Lokalredakteur bleibe. Vielleicht schreibt hier ja bald ein ?Local News Assistent? oder ?Local Crossmedia Writer?.



WAZ kauft Blocks auf

Allgemein, Medien — geschrieben von WAZsolls @ 19:50

Erst durch den Spreeblick bin ich darauf gestoßen worden, dass nicht nur führende elektronische Multiplikatoren, sondern auch die WAZ schon seit Jahren mit ihrer Marktmacht einem Trend gefolgt ist, und zwar bevor es ihn überhaupt gab.

So lange ich mich erinnern kann, und das ist schon ganz schön lange (eigentlich noch länger), hat mein Arbeitgeber still und heimlich Blocks gekauft. Ohne dass es selbst gut informierte Markt-Analysten so recht zur Kenntnis nahmen, sicherte sich der Konzern viele tausend Einheiten.

Bis heute ist die Einkaufswelle nicht abgeebbt, es sind, so unbestätigte Quellen aus der Einkaufsabteilung, sogar aktuell Steigerungsraten zu verzeichnen.

Zur Zeit sind es vorwiegend Steno-Blocks mit Spirale (DIN A4, 40 Blatt, Öko-Sortiment), die die Krake (so die Bezeichnung für die WAZ, als sie nicht nur Blocks, sondern auch andere Zeitungen kaufte) in ihr Portfolio integriert.

(Danke Spreeblick für die gute Idee!)



Gewinn-Aussichten

Medien — geschrieben von WAZsolls @ 07:02

Die Idee, jetzt noch (oder schon?) auf den Web2.0-Zug aufzuspringen, wurde bei der WAZ bestimmt nicht ausschließlich aus publizistischen Gründen geboren. Die Aussicht auf gute Geschäfte hat bisher jede wesentliche Entscheidung des Hauses angetrieben.

Dass der ins Visier genommene Online-Werbekuchen zwar wächst, aber noch nicht mit den Wachstumszahlen der Internet-Nutzer mithalten kann, hat Robert Basic herausgearbeitet.

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Crossmediale Einzelfälle

Medien — geschrieben von WAZsolls @ 06:53

Die Navigation war, wie bei der WAZ üblich, eher unbequem, die Ankündigung eher gut versteckt, Web0.5 eben. Trotz aller Awareness-Bremsen verliefen sich immer noch vier echte Leser (und ein mit seinem Privat-Account mitfragender Redakteur) in den ersten Online-Chat der Lokalredaktion. Das ist eigentlich nichts ungewöhnliches, eher schon old fashioned, zeigt aber wie bemüht einzelne Kollegen sich in die Online-Welt stürzen.

Treibende Kraft in der Essener Lokalredaktion ist dabei der im Netzt als ?katholischer Herbergsvater? bekannt gewordene Bernd Kassner. Er und vielleicht noch sein Kollege Peter Marnitz sind die einzigen unter rund einem Dutzend lokalen Essener Print-Redakteuren, die sich bisher nenneswert im Online-Bereich engagiert haben. Wohlgemerkt, beide zusammen haben den 100. Geburtstag schon hinter sich.

Und der Rest? Zugegeben, die meisten haben sich von der crossmedialen Zukunftsperspektive ihres Chefredakteurs zwar bei der Betriebsversammlung beeindrucken lassen, sind danach aber wieder in den alten Print-Trott verfallen.

?Der Kassner macht einen Chat??

?Na, soll er doch, ich hab besseres zu tun.?

Da werden Reitz und Borchert noch viel zu tun bekommen, um aus dieser Mannschaft ein Team crossmedial denkender und handelnder Redakteure zu machen. Wenn ich dabei an den Nachwuchs denke, für den Online ?igitt? bedeutet, na dann noch viel Spaß!


PS. Ich bin entgegen anderslautenden Behauptungen nicht Bernd Kassner und heiße natürlich nicht Katharina!



...und jetzt etwas ganz anderes. (update)

Allgemein, Medien — geschrieben von WAZsolls @ 07:17

Hat eigentlich schon mal jemand einen Orden oder ein Ehrenzeichen für seine Bloggerei verliehen bekommen? Oder vielleicht auch nur eine kleine Ehrenurkunde? (Ich meine natürlich nicht Medienpreise wie Grimme, Deutsche Welle u.a.)

Heute trifft es in meinem Umfeld einen Kollegen, der sich selbst Blogger* nennt. Papst Benedict himself soll verantwortlich dafür sein, dass Lokal-Chef-Blogger Mämpel ab heute schwer an einem kirchliche Ehrenkreuz zu tragen hat. Wenn man bedenkt, dass Benedicts Homepage gar nicht so schlecht ist, kann ich die Auszeichnung für den evangelischen Lokalchef nicht ganz verstehen.

Ok, ich hab mir noch einmal die Texte des Kollegen angesehen und jetzt ist mir klar: Er erhält die Auszeichnung trotz der vielen Phrasen, die er für Blog-Beiträge hält. Es war eben nicht Webmaster Ratzi, sondern das taktisch denkende Bodenpersonal, das den Preisträger ausgeguckt hat.

* Die Blogbeträge erscheinen vorher immer samstags als Wochen-Kommentare und werden später von Bernd Kassner aus dem Redaktionssystem ins WAZ-Blog umgehoben. Ob der katholische Kassner für diesen Frevel einmal in der (Blogger-)Hölle schmoren muss??


Update: Hier dankt der Geehrte in knappen Worten.



Den Schleier lüften (ein bisschen)

Medien — geschrieben von WAZsolls @ 20:00

Ob es wirklich alle Zweifler an der schönen neuen WAZ-Online-Welt überzeugt hat, ich weiß es nicht. Zumindest sind einige, die vorher das ganze Internet-Dingsbums nicht ernst nahmen, ins Grübeln gekommen. Von ?höchster? Stelle bekamen in dieser Woche die Print-Kollegen zu hören, an welch großem Rad die WAZ-Gruppe in Sachen Web 2.0 drehen wolle. Gleich im Doppelpack traten Westeins-Chefredakteurin Katharina Borchert und WAZ-Chefredakteur Ulrich Reitz in der Betriebsversammlung auf, um ein kleines bisschen den Schleier des Geheimnisses vom noch im Bau befindlichen Internet-Projekt der WAZ-Gruppe zu lüften. (weiter)

Aus zweiter Hand

Medien — geschrieben von WAZsolls @ 06:18

Ich weiß nicht, ob es bei anderen Zeitungen auch so ist, aber bei der WAZ muss man schon andere Medien durchforsten, um etwas über das eigene Haus zu erfahren. Interne Kommunikation war noch nie die Stärke dieses Kommunikationsunternehmens. Auch im ersten Jahr der Reitz-Regentschaft hat sich da nicht viel geändert, über seine Ziele spricht der Chefredakteur dagegen gern außer Haus. So auch jetzt bei den Münchener Medientagen, wo auch der WAZ-Chef seinen Auftritt hatte.

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Plätzchen

Medien — geschrieben von WAZsolls @ 06:46

Auch bei Zeitungen sind Abmahn-Anwälte nicht ganz unbekannt.

So erzählte mir ein Kollege von einem Gespräch zwischen Texter und Fotograf vor einigen Tagen, dessen Zeuge er auf dem Redaktionsflur wurde. Ich gebe den Dialog mal sinngemäß wieder.

Texter: ?Ich brauche ein Foto von Zimtsternen.?

Fotograf: ?Wieso denn das, wir haben noch keine Adventszeit??

Texter: ?Im Zimt ist so ein gefährlicher Stoff drin, da machen wir eine Story.?

Fotograf: ?Ok, dann hole ich die Plätzchen eben schnell aus dem Supermarkt.?

Texter: ?Auf gar keinen Fall!?

Fotograf: ?Hääh??

Texter: ?Die großen Zimtstern-Hersteller haben sicher auch große Rechtsabteilungen. Wenn die ihre Plätzchen auf dem Bild erkennen, kann es teuer werden. Kauf lieber beim Bäcker an der Ecke lose Ware, der hat sicher keinen guten Anwalt.?

Das musste mal gesacht gesagt werden. Schließlich haben wir bald Nikolaus Stein....



Ab in die Wirtschaft

Medien — geschrieben von WAZsolls @ 16:13

Der Chef unserer Wirtschaftsredaktion wird ganz frech die WAZ verlassen. Wohin er geht? Natürlich in die Wirtschaft. Er wird wenige hundert Meter entfernt im RWE-Turm als Pressesprecher sein sicher weitaus höheres Gehalt verdienen.

Und wohin gehe ich als Lokal-Redakteur demnächst? Natürlich, ins Lokal. Nur wird das leider keine positiven Auswirkungen auf mein Gehalt haben.

Diesen Kalauer konnte ich mir hier nicht verkneifen



Nichts Neues aus der Tiefgarage

Allgemein, Medien — geschrieben von WAZsolls @ 06:31

Ich habe sie tatsächlich gesehen. So richtig leibhaftig, nicht virtuell, nicht auf Bildschirmgröße reduziert. Aus ihrer virtuellen Lounge mit dem immer fragenden Blick nach oben kannte ich Lyssa ja schon, nun ist mir Katharina Borchert im wirklichen Leben gleich mehrfach begegnet. Zugegeben, es waren nur flüchtige Begegnungen und das Erkennen war ziemlich einseitig. Recht flott strebte die Westeins-Chefredakteurin einem Ziel zu, das normalsterblichen WAZlern versperrt bleibt: Die Tiefgarage unter dem Verlagshaus I (die ja bekanntlich zu Lyssas ersten Spiel-Räumen bei der WAZ zählte) enthebt einen nicht nur der lästigen und zeitaufwändigen Parkplatzsuche in der chronisch verstopften Sachsenstraße, ein Platz im tiefen Keller dokumentiert auch, dass man in der WAZ-Hierarchie eine hohe Stufe erreicht hat. Da parkt man dann Seit an Seit mit Geschäftführern (die ihre Achtzylinder mit Niere oder Stern allerdings von ihren Fahrern in die engen Lücken rangieren lassen), Chefredakteuren, Abteilungs- oder Ressortleitern. Wer mit seiner Karosse in die Katakomben einfahren darf, hat es wirklich geschafft.

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Wer fürchtet sich vor Onruhr?

Medien — geschrieben von WAZsolls @ 16:33

Still und geradezu heimlich verabschiedete sich Uwe Knüpfer von seinem Arbeitsplatz. Nur fünf Jahre lang besetzte er den Sessel des WAZ-Chefredakteurs, bevor er im Sommer letzten Jahres seinem Nachfolger Ulrich Reitz Platz machte. Schon kurz nach seinem Abtauchen sprach es sich herum, dass er Reitz und seinen engagierten Online-Plänen mit einem eigenen Projekt Konkurrenz machen wollte. ?Onruhr? tauften er und seine Geldgeber das, was sie sich so unter einer Online-Zeitung vorstellen.

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Am Leser vorbei - Blogger kein Maßstab

Allgemein, Medien — geschrieben von WAZsolls @ 23:44

Still ruht zur der See, wenn es um die Online-Aktivitäten des Hauses geht. Zumindest der Flurfunk meldet dem einfachen Print-Redakteur keine Neuigkeiten. Die WAZ-Blogger üben weiterhin blind vor sich hin und Lyssa, so hört man, ist weiter auf dem Marsch durch die Institutionen, um die Häuptlinge der Verschiedenen Zeitungstitel vom Projekt Westeins zu überzeugen. Wir Schreib-Indianer sind bisher nicht betroffen. ?Cross-medial? ist noch ein Fremdwort, das bis jetzt lediglich in Stellenausschreibungen vorkommt.

Zeit also sich auf das Kerngeschäft, Schreiben für die Print-Ausgabe, zu konzentrieren. Und da geht es uns fast so ähnlich wie den WAZ-Bloggern, auch wir wissen nicht, wer uns warum liest. Zwar haben wir im Gegensatz zu den bloggenden Kollegen wenigstens mehr oder weniger kontinuierliche Kontakte zu Lesern (Briefe, Mails, Telefongespräche), aber ob wir mit der Themen- und Nachrichtenauswahl wirklich richtig liegen, wissen auch wir nicht. Das Instrument Reader-Scan wird bei uns (glücklicherweise, sonst könnten wir den Lokalteil ja wohl dichtmachen) nicht eingesetzt.

In diesem Zusammenhang ist es schon interessant, welche Meinungen Außenstehende haben. Da meint doch der Holtzbrink-Chef Grabner laut Standard, wir Zeitungs-Journalisten schrieben am Leser vorbei, da wir viel zu oft den Einflüsterungen der Politik erliegen würden. Beim Lokalteil möchte ich das erstens bezweifeln und zweitens darauf hinweisen, dass hier viele politische Entscheidungen den Leser unmittelbar treffen. Ein Bundeswehr-Einsatz im Libanon trifft den Bürger nicht so unmittelbar wie die Schließung von Schwimmbädern vor der Haustür.

Wenigstens stärkt Grabner uns Zeitungs-Redakteuren den Rücken, indem er uns die Rolle zuweist, über das Informations-Tohuwabohu einen Filter zu legen. Von Blogs hat Grabner offensichtlich keine hohe Meinung. Laut Standard glaube er nicht, dass die Meinung der Mehrheit der Bloggenden zum Maßstab werde. Schade eigentlich.



Stöckchen II

Allgemein, Medien — geschrieben von WAZsolls @ 15:39

Wie sag ich?s dem Kollegen? Vor kurzem habe ich ein Stöckchen gefunden, das mir von Jens aus seinem Pottblog zugeworfen wurde. Klar, als Neu-Bürger im Blogdorf weiß man erst einmal nichts rechtes damit anzufangen. Erst nach kurzer, heftiger Recherche erkannte ich, dass es sich um eine freundliche Anerkennung handelt.

Blog-Ureinwohner werden sicher mit den Augen gerollt haben, als ich beim Stöckchen-Weiterwurf ausgerechnet auf das Essener WAZ-Lokal-Blog gezielt habe. Macht nichts, ich wollte eigentlich nur dem viel gescholtenen Kollegen ?ber? eine Aufmerksamkeit zukommen lassen. (Sein Chef hätte es nicht verdient, der lässt ja bloß von "ber" seine Print-Kommentare ins Blog? stellen. ) Und nun nimmt er das Stöckchen einfach nicht auf. Nicht, dass er ignorant wäre, er weiß aus Mangel an Erfahrung einfach nichts damit anzufangen.

Nun kann ich ja nicht einfach zu ihm hingehen und sagen ?Hör mal Kollege, ich bin der Wazsolls, soll ich Dir das mit dem Stöckchen mal erklären??

Lyssa (die ihr Stöckchen übrigens auch nicht aufgenommen hat, die genießt ja lieber ihr Leben in vollen Zügen hier, hier und hier) würde sich ins Fäustchen lachen.

So wurde das ehrbare Holzstück zwar in Bern mit einem süffisanten Lächeln aufgenommen, nur wenige Büros entfernt wird es auf dem Kollegen-Schreibtisch langsam zu Gammel-Holz.



Wiedersehen

Allgemein, Medien — geschrieben von WAZsolls @ 18:42

?Sie haben sich aber gar nicht verändert.? Ich bin einmal gespannt, ob das Brecht-Zitat auch für eine ehemalige Kollegin gilt.

Vor 20 Jahren verließ die engagierte Umwelt-Schützerin Eva Goris ihren Reporter-Job bei der WAZ, um Pressesprecherin bei Greenpeace-Deutschland zu werden. Das war für alle Kollegen bei ihrer kritischen Einstellung nur folgerichtig. Aber als sie dann zu ?Bild der Frau? und 1990 schließlich zur Bams wechselte, war das nicht nur für mich erstaunlich. Na gut, sie brachte den Blöd am Sonntag-Lesern die Erkenntnis nahe, dass es tatsächlich so etwas wie ?Umwelt? gibt sie schaffte es, für das Sonntags-Blatt ungewohnte Umwelt-Themen zu platzieren und erntete dafür, für ihr kritisches Ernährungs-Buch und ihr Umwelt-Engagement sogar Preise.

Jetzt werde ich die Kollegin wiedersehen und zwar ausgerechnet beim Schmuse-Talker Johannes B. Kerner. Am Mittwoch, 13. September, 22.45 Uhr soll sie laut Prisma auf der Gästeliste stehen. (Komischerweise stehen beim ZDF andere Gäste auf dem Plan. Ich lasse mich überraschen) Bin mal gespannt, ob die Arbeit beim Blöd-Konzern wie 16 Jahre Springer ihre Haltung beeinflusst haben.

Liebe Eva, hoffentlich hast Du dich nicht zu sehr verändert! (Herr Keuner möge mir verzeihen.)

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Stellenabbau

Medien — geschrieben von WAZsolls @ 12:18

Das hört sich nicht gut an, was bei einem großen Mitbewerber so geplant ist. So berichtet die FTD von einem erheblichen Stellenabbau bei Springer.

Einst spottete man in Brachenkreisen über die äußerst sparsame WAZ, jetzt freut man sich ja fast über die immer schon ziemlich "schlanke" Personalpolitik.



Wir werden cross-medial

Medien — geschrieben von WAZsolls @ 20:19

Es tut sich was bei der Umstrukturierung der WAZ im Ostvest und in Sachen Online. Inzwischen hängen im Haus die Ausschreibungen für die neue Regional-?Zentral?-Redaktion Recklinghausen aus. 28 Redakteurs- und Sekretariatsstellen sollen rund um den geplanten Newsdesk besetzt werden. Ihre Aufgabe sei es, so die Ausschreibung, ?eine in Form und Inhalt moderne, attraktive Regionalzeitung für den Kreis Recklinghausen? zu machen.

Auf das hausinterne Personalkarussell können nicht nur die Mitarbeiter aus den zu schließenden Ostvest-Redaktionen aufspringen, die Ausschreibung gilt für alle WAZ-Redakteure.

Auffallend ist, da bereitet man sich wohl auf die schöne neue Web2.0-Welt vor (Lyssa lässt grüßen), dass zu den Einstellungsvoraussetzungen die ?Fähigkeit und Bereitschaft, auch den Online-Auftritt zu gestalten? gehört.

Diesen Arbeitsschwerpunkt haben auch die neuen Planstellen, die in sechs anderen Lokalredaktionen geschaffen werden. ?Cross-medial? ist dabei das Schlüsselwort.

Auch Lyssas Reich soll zumindest bei der WAZ wachsen, die Online-Redaktion wird um zwei Köpfe verstärkt.

Ein gewisses Aufatmen ist in den Redaktionsfluren zu vernehmen. Das Haus scheint offensichtlich sein Versprechen, trotz Redaktionsschließungen keine Planstellen abzubauen, zu halten.



Stöckchen gefangen (update)

Allgemein, Medien — geschrieben von WAZsolls @ 19:09


Dass im Pott (Ruhrgebiet, Anm. für Auswärtige) tolle Menschen wohnen, wer wüsste das besser als ich. Dass sie nicht nur im RL, sondern auch in den elektronischen Dorf so sind, durfte ich jetzt lernen. Jens hat mir blutigem Anfänger ein Stöckchen zugeworfen und auch gleich eine ?Gebrauchsanweisung? mitgeliefert. Dafür meinen herzlichen Dank in die ziegelrote Essecke. Die Stöckchen-Fragen beantworte ich natürlich gern nach bestem Wisssen und Gewissen:

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Alpen-Blick

Medien — geschrieben von WAZsolls @ 15:52

So lange hier unter Lyssas Regie am neuen Web-Portal gearbeitet wird, schaut man sich auch mal um, was andere Neustarter so machen. Mit viel Tamtam startet ja morgen in Österreich die neue Zeitung der Fellner-Brüder. Zum neuen Druckwerk, das ganz bescheiden den Namen "Österreich" trägt startet auch das Internet-Portal "oe24".

Noch kann man ja über den Content noch nichts sagen (ganz verschämt habe ich den Begriff blog entdeckt), aber vom Design wirkt es wie eine poppiger gestaltete WAZ-Startseite. Wenn das innovativ sein soll, ich weiß ja nicht.



Ungezählte Besucher

Medien — geschrieben von WAZsolls @ 21:10

Wenn manche es auch anders sehen, ich weiß, was ich hier mache: Aus der Deckung mit kleinen bits und bytes auf den großen Tanker WAZ schießen. Und es gibt offensichtlich ein gewisses Interesse an diesem Spielchen in der Blog-Welt. Das kann ich zumindest an den Besucherzahlen dieser Seite feststellen. (Mit vielen Mühen ist es mir endlich gelungen einen Counter zu installieren, ohne gleich die ganze Seite zu zerschießen. Warum kenne ich bloß keine erfahrenen Blogger persönlich?)

Aber nun gut, ich kann wenigstens sehen, dass ich nicht ins Nirwana blogge. Da geht es mir wesentlich besser, als meinen offiziell bei der WAZ bloggenden Kollegen. Die bekommen nicht nur äußerst selten Kommentare (die würden sich sogar über Verrisse negatives feedback freuen), sie wissen auch nicht, wie viele Besucher ihre Seiten haben. Es ist kaum zu glauben, aber es gibt (das versicherte mir ein Software-Experte aus dem Haus) kein umfassendes Zähl-Dings Statistik-Tool für einzelne Seiten.

Die Kollegen ?ber? und Peter können also nie wissen (vermutlich will es der Chef auch gar nicht wissen), wie viele Besucher ihre Blogs haben, geschweige denn etwas über Referrer oder andere nützliche Daten erfahren. So ist das in einem großen alten Tanker Kommunikationsunternehmen.

Da gibt es noch viel zu tun für Lyssa Katharina Borchert, bevor die WAZ ins Web2.0 katapultiert gebracht werden kann.

Vielleicht liegt es eben daran, dass sich auf uns Zeitungsleute die Online-Aktivitäten noch nicht konkret ausgewirkt haben, (Lyssa hat der Lokalredaktion noch keinen Besuch abgestattet) mal abgesehen von den wenigen Redakteurs-Blogs und meinem kleinen Freizeit-Vergnügen.



Das ultimative Interview - Mein lieber Schwan

Medien — geschrieben von WAZsolls @ 17:59

Interviews gehören für einen Zeitungs-Redakteur zum alltäglichen Leben. Mit wievielen Fragen ich bisher meine Gesprächspartner genervt habe, weiß ich schon nicht mehr. Um so spannender ist es, wenn man selbst zum Objekt der Wissbegierde wird.

So ist es mir jetzt gegangen, Ben Schwan hat sich Im Mediendschungel an mich herangemacht. Die Fragen sind, so mein Eindruck, als Provokation gedacht sicher investigativ gemeint. Hier der Wortlaut: (Ich konnte es nicht lassen, das ganze auch hier zu bringen, sorry Ben!)

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Sie haben sich aber gar nicht verändert...

Allgemein, Medien — geschrieben von WAZsolls @ 16:47

Ein Mann der Herrn K. lange nicht gesehen hatte, begrüßte ihn mit den Worten: ?Sie haben sich aber gar nicht verändert.? ?Oh?, sagte Herr Keuner und erbleichte.

Frei nach Brecht hat es über Jahre bei der WAZ kein Erbleichen gegeben. Denn erstens veränderte sich tatsächlich kaum etwas und zweitens störte das keinen.

Wir sind Zeitungs-Journalisten und werden es auch ad infinitum bleiben, lautete die Devise. So wurde der Versuch, 1997/98 die Plattform Cityweb mit journalistischem Content zu füllen, eher milde von den Print-Kollegen belächelt. Und als das Experiment, aus welchen Gründen auch immer, eingestellt wurde, hörten die aus dem WWW an den Zeitungs-Schreibtisch zurückkehrenden Kollegen nur ein hämisches ?Siehste!?

Jetzt geht das mit dem Internet schon wieder los... und sorgt diesmal für Aufregung in den Redaktionen. Da sind zum einen die Bedenkenträger: ?Wir graben uns doch selbst das Wasser ab. Was hat die ganze Bloggerei mit Journalismus zu tun? Wen wollen wir damit denn erreichen?? So dachte offensichtlich auch der Päsident des frischgebackenen Fußball-Zweitligisten Rot-Weiß Essen. Das Angebot, als Blogger bei der WAZ den Fans (und als MdB seinen Wählern) näher zu kommen, lehnte er strikt ab: ?Kein Bedarf!?

Doch die Front weicht auf. Außer dem Kollegen ?ber? gibt es immer mehr WAZler die selbst einmal das Internet anwerfen und auf die Reise durch die Bloggosphäre gehen. ?Da kann ja doch was dran sein. Vielleicht können wir so zeitungsferne Schichten erreichen. Die Schnelligkeit des Mediums hat etwas für sich.? Auch vor dem angekündigten Besuch von Lyssa in der Redaktion gibt es immer mehr Kollegen, die sich ernsthafte Gedanken machen, auch wenn sie mit dem Begriff web2.0 noch nicht allzu viel anfangen können.

Trotz langjähriger Erfahrungen mit der WAZ-Hierarchie, besann sich jetzt ein Lokalredakteur auf sein Handwerkszeug, wartete keine hausinterne Pressemitteilung ab, sondern stiefelte direkt in die zweite Etage, klopfte an die Tür mit dem frischen Namensschild K. Borchert ? und wurde prompt vorgelassen. Aus dem erwarteten kurzen Gespräch (oder dem befürchteten schnelle Rauswurf) wurden lehrreiche (das beteuert der Kollege jedenfalls) eineinhalb Stunden.

Allein schon die Tatsache, dass das Print-Fußvolk (zumindest in diesem Fall) ohne langwierige Prozedur bis zu den Schaltstellen der Online-Macht vordringen kann, zeigt einen Trend zum Wandel. Hoffentlich setzt sich dieser Stil durch.

?Sie haben sich aber gar nicht verändert...? Vielleicht doch ? ein kleines bisschen.

BlogCounter.de - kostenloser Counter für Weblogs



Blog-Baustelle

Allgemein, Medien — geschrieben von WAZsolls @ 06:58

Jetzt wird es langsam gefährlich. Man denkt schon fast mehr an seinen nächsten Blog-Beitrag als an die aktuelle Geschichte, an der man für die nächste Print-Ausgabe arbeitet. Für letzteres werde ich bezahlt, ersteres ist ein Freizeit-Vergnügen.

Und schon ist man mitten in der Kern-Problematik, die viele, nennen wir sie einmal Medien-Blogger, interessiert. Kann man mit Blogging Geld verdienen, ist Blogger ein Beruf, welchen (kommerziellen) Nutzen erwarten Untenehmen durch ihren Einstieg ins web2.0 (oder wie man die schöne neue online-Welt nennt). Und vor allen Dingen, was erwartet die WAZ durch ihr Enaggement im Online-Bereich. Bisher hat man doch kaum einen Cent in die Hand genommen, ohne das sicher war, dass er sich in einen Euro verwandeln würde. Wo wird aber nun im Netz der Umsatz und vor allen Dingen die Rendite erwartet? Fragen über Fragen!

Noch sind es bei der WAZ Parallelwelten mit nur ganz wenigen institutionellen Schnittpunkten zwischen Print und online. Und in den Köpfen gibt es fast nichts, was den handfesten Lokalredakteur mit den nebulösen Netzwelten verbindet. Klar, einige Kollegen haben mitbekommen, dass nicht nur abends die eigenen Artikel ?online? gestellt werden und dass es so etwas wie Foren gibt, sie haben sogar gehört, dass es ?blogs? geben soll. Was das ist? Frag den Kassner (ber), der kennt sich damit aus. Hast Du schon einmal unsere WAZ-blogs angesehen? Nee, wenn ich mal Zeit habe, schaue ich mir das an! Wie finde ich das, was muss ich da eingeben?

Schade, so fehlten mir als "WAZsolls" die Gesprächspartner, gibt es kein kollegiales feedback. Dabei sollen doch, glaube ich Don Meyer Alphonso, Journalisten am liebsten über sich selbst schreiben.

Zurück zum Blog: Seit gestern wissen Leser und Kollegen es ja etwas besser. Auf Seite 3 erklärt die WAZ nicht nur was Speiseeis ist und was es mit den Nackten im Düsseldorfer Museumsviertel auf sich hat, nein auch den weblogs, blogs, Internet-Tagebüchern (?!) werden kostbare Quadratzentimeter freigeschlagen. Die Kollegen zumindest haben es mehr oder minder interessiert zur Kenntnis genommen.

Es bleibt noch viel zu tun. Um ein erfolgreiches Projekt zu starten reicht es nicht, Ulrich R. und Bodo H. zu überzeugen und vielleicht einige Blog-Stars (gegen Honorar??) mit ins Boot zu holen. Die Botschaft muss auch bei den traditionellen Hütern des gedruckten Wortes, an der Schreiber-Basis ankommen. Bisher gibt es nur Schweigen aus der 2. Etage (Sitz der Chefredaktion & Lyssa, in deren Lounge ich sehnlichst auf neue Beiträge warte).

Bisher gab es nur Halb(!)tages-Kurse für die Online-Beauftragten (so heißen sie wirklich) der Lokalredaktionen, in denen die Bedienung der Software für die Leserforen trainiert wurde.

Es gibt noch viel zu tun!



Tarnkappe bei der WAZ

Allgemein, Medien — geschrieben von WAZsolls @ 16:34

Es ist doch nicht zu glauben, kaum einen Tag in der Blogosphäre unterwegs (nun ja, vor einer Woche hat man mir versucht zu erklären, was ein Blog ist) und schon wird man wahrgenommen. Na gut, die große WAZ und ihr bisher kleiner Anfang im Blog-Dorf bewegt natürlich die Gemüter der online-Gurus. Und wenn dann auch noch eine der Ihren auf die Kommandobrücke des Tankers WAZ geholt wird...

Als schreibender Redakteur bisher daran gewöhnt, jeden Artikel mit dem eigenen Namen zu zeichnen, ist es ein völlig neues Gefühl, ganz anonym in der Öffentlichkeit seine Spuren zu hinterlassen und Rätsel aufzugeben. So wird schon in den Redaktionen geforscht, wer sich hinter WAZsolls versteckt und sein Unwesen treibt.

Ist es nicht gerade der Reiz der Tarnkappe, der manchen Blogger immer wieder ins Netz treibt. Von einem Großen dieser Szene, der sich online bissig und sarkastisch gibt, berichtet man, dass er im wirklichen Leben (das gibt es tatsächlich) eher bescheiden, fast schon gehemmt wirkt.

Doch wer will das hier schon wissen. Die Freaks, die diese Seite dankenswerterweise in ihrem Radar beobachten, warten sicher auf Insider-Informationen aus dem neuen Lyssa-Reich, die Tiefgaragen-Story ist ja schon einige Tage alt. Erst einmal, die oben erwähnte Real-life/Netz-Persönlichkeitsspaltung gilt bei Katharina B. nicht. So berichtet zumindest der Kollege, der nach harscher Kritik aus der Blogosphäre das Gespräch mit ihr suchte. Kenner der WAZ-Gepflogenheiten werden sich wundern, der Kollege wurde ohne Terminabsprache, ohne Kalender schwingenden Sekretariats-Zerberus einfach vorgelassen. Erst im Allerheiligsten konnte er sein Vorstellungs-Zauberwort ?Waz worstcase? (intern schon zu WAZ Wurstkiste mutiert) loswerden.

Freundlich, kompetent und schnell denkend machte Katharina B. den Kollegen (Herbergsvater) zum Lyssa-Fan. (Das ?Fan? wird er zwar abstreiten, aber eine gewisse Begeisterung kann er sicher nicht leugnen). Und worüber wurde gesprochen? Sorry, aber auch mit Tarnkappe gilt der Informantenschutz, schließlich bin ich schreibender WAZ-Mann und will es auch bleiben.

Demnächst will Lyssa von ihrer Kommandobrücke eine Etage höher in die Niederungen der Lokalredaktion räumlich auf-, hierarchisch absteigen, um ihre Konzepte den schreibenden Kollegen an der Stadt- und Stadtteilfront zu erläutern. Dann wird sie sicher auch dem Lokalchef (Boss von ber) klarmachen, dass es als Blogger kein guter Einstand ist, seinen abgestandenen Wochenkommentar einfach ins Netz zu stellen.



Druck aus dem Netz

Allgemein, Medien — geschrieben von WAZsolls @ 17:54

Es ist schon verwunderlich. Da wird die WAZ jahrelang als große Zeitung mit mäßiger Qualität eher mitleidig belächelt. Die großen Star-Journalisten sprechen allenfalls in Nebensätzen von einem Provinzblatt.

Und das große weltweite Dorf? Die ach so avantgardistischen Foren-Helden und Blog-Cracks nehmen die zaghaften Online-Versuche des Print-Riesen mit dem Zwergen-Renomee überhaupt nicht wahr. Gar nicht ignorieren! lautet die Devise.

Dann geschieht das unfassbare, die Manager des biederen Rendite-Krösus kaufen nicht nur eine Rei(t)z-Figur mit Online-Faible für den Printbereich ein, nein, für die Netz-Aktivitäten wird eine Blogger-Ikone mit Kanzlerinnen-Zutritt (Lyssa) fest engagiert. Und die hält noch vor Vertragsbeginn mit einigen Häuptlingen aus dem deutschen Blog-Dorf auch gleich ein strategisches Palaver ab.

Und nun steht die gute alte WAZ plötzlich im Mittelpunkt des Interesses. Kein renommierter Medien-Blogger, der auf sich hält, erspart sich einen Kommentar. Dieser Wirbel wird auch genutzt, um die ersten zaghaften Blog-Versuche einiger mutige Print-Journalisten aus dem Lokalbereich der absoluten Lächerlichkeit preiszugeben.

Da zeigt sich ein gravierender Unterschied zwischen seriösem Print-Journalismus (auch wenn er langweilig erscheint) und der nur auf den ersten Blick kompetenten medienkritischen Blogger-Szene. Im Printbereich sollte zumindest eine rudimentäre Kenntnis des Berichtsgegenstandes vorhanden sein, Blogger können munter drauflos fabulieren.

Im konkreten Fall hat sich keiner der Kritiker schlau darüber gemacht, wie und unter welchen Bedingungen konkret in der Essener Lokalredaktion die ersten Blogs enstanden. Warum auch informieren, ohne Fakten formuliert es sich viel schöner, besonders von Blog-Ästheten, die den staunenden Claqueuren ganz beiläufig mitteilen, welche beeindruckende Festmeterzahl ihre Privatbibliothek habe. Was sind da schon Blog unerfahrene Fuzzies aus einer WAZ-Lokalredaktion, die auch noch Emoticons einsetzen?

Welch ein Glück, dass die meisten Print-Redakteure und der Großteil der Leser überhaupt nicht mitbekommen, wie man plötzlich in den Fokus einer weltweiten Minderheit geraten kann.

Bis vor wenigen Wochen war mir die Bloggerei allenfalls aus bildblog bekannt, meine Welt ist noch imme das gedruckte Wort. Aber wenn schon meine WAZ-Kollegen ins Kreuzfeuer der online-Kritik geraten sind, will ich das Feld nicht nur den Outsidern überlassen. Noch kenne ich die Online-Chefredakteurin nur aus ihrer lounge. Ich bin gespannt, wie sie die Print-Kollegen mit auf die Reise in die Blogosphäre nimmt.

Dazu bestimmt demnächst mehr...



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